Naturwissenschaftliche Weiterbildung

Weiterbildung zum Fachhumangenetiker/in (GfH)

Die Gesellschaft für Humangenetik (GfH) als wissenschaftliche Vertretung der Humangenetik leistet mit der Zuerkennung der Bezeichnung "Fachhumangenetiker/in (GfH)" für die innerhalb der Humangenetik in der Krankenversorgung tätigen Biologen und ähnlich ausgebildeten Naturwissenschaftler durch Schaffung einer entsprechenden Qualifikation einen Beitrag zur Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung. Die GfH strebt eine Anerkennung und Übernahme dieser Qualifikation durch die Ärztekammern und eine Anbindung dieser Naturwissenschaftler an die Ärztekammern an. Biologen und ähnlich ausgebildete Naturwissenschaftler sind nach Abschluss eines entsprechenden Hochschulstudiums besonders qualifiziert, die komplizierten, sich rasch methodisch fortentwickelnden biochemischen, zytogenetischen und molekularbiologischen Laboruntersuchungen zur Diagnostik von genetisch bedingten Krankheiten und genetischen Prädispositionen zu erbringen.

Da es sich bei der humangenetischen Diagnostik und Beratung um einen besonders sensiblen Bereich handelt, wird eine Einbindung in das ärztliche Standesrecht und die ethischen Normen ärztlichen Handelns ausdrücklich befürwortet. Die für die Diagnostik notwendigen körperlichen Untersuchungen und Eingriffe bleiben Ärzten vorbehalten.

 

Weiterbildungsordnung

  

Weiterbildungsberechtigte

Sie können sich die komplette Liste der Berechtigten für die Weiterbildung zum Fachhumangenetiker in Deutschland anzeigen lassen oder die Einträge nach dem Ort selektieren.

Einträge nach Orten sortieren:


Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; sie wird stets aktualisiert. Sollten Ihre Angaben in der Datenbank "Fachhumangenetiker-Weiterbildung" fehlen oder geändert werden, füllen Sie bitte dieses Online-Formular aus.

Antragstellung

Anmeldung der Weiterbildung

Der Beginn einer Weiterbildung muss im Regelfall innerhalb von 6 Monaten nach Aufnahme der Weiterbildung bei der GfH oder der Kommission für die Zuerkennung der Berufsbezeichnung "Fachhumangenetiker/in (GfH)" angezeigt werden. Verwenden Sie hierzu bitte folgendes Anmeldeformular. Für die Anmeldung und Durchführung des Fachgesprächs zum Erwerb der Berufsbezeichnung des Fachhumangenetikers fallen gemäß der Gebührenordnung der GfH Gebühren an.

Alle Formulare sind sorgfältig auszufüllen und werden sonst ungeprüft zurück geschickt!

Leitfaden zur Zulassung zum Fachgespräch für die Zuerkennung der Berufsbezeichnung „Fachhumangenetiker/in (GfH)“

Um eine zügige Begutachtung der Anträge durch die Mitglieder der Kommission für die Zuerkennung der Berufsbezeichnung „Fachhumangenetiker/in (GfH)” zu ermöglichen, müssen die Unterlagen vollständig elektronisch als PDF-Datei eingereicht werden. Wir bitten die Antragsteller, den folgenden Leitfaden zu beachten. Dieser wurde auf Grundlage der Weiterbildungsordnung (WBO) vom 7.5.2021 verfasst. Detailliertere Informationen entnehmen Sie bitte der Weiterbildungsordnung.

Zur Einreichung des Antrags auf Zulassung zum Fachgespräch verwenden Sie bitte die VORLAGE "Anmeldung zum Fachgespräch".

Es müssen folgende Angaben und Unterlagen beigefügt werden:

  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Zeugnisse und Ausbildungsnachweise
  • Bestätigung der GfH-Mitgliedschaft
  • Dokumentation der Weiterbildung
    (Nutzen Sie hierfür bitte die Excel-Tabelle Dokumentation der Weiterbildung)
    • Detaillierte Auflistung der Namen der Weiterbildungsberechtigten, -stätten und -zeiten sowie der Art und des Umfanges der vertraglichen Beschäftigung
      (Promotionszeiten bitte besonders kennzeichnen);
    • Ausführliche Darstellung der diagnostischen Tätigkeiten mit Angabe von Art und Anzahl der durchgeführten Untersuchungen;
    • Angaben zur Teilnahme an Ringversuchen, qualitätssichernden Maßnahmen, Weiterbildungsveranstaltungen,  Kurse der Akademie Humangenetik oder Gastaufenthalte in einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 und § 6 (Abschnitt A) etc.  
      (ggf. Bestätigungen beifügen);
    • Gutachten der zur Weiterbildung befugten Person(en), incl. der von dieser unterzeichneten Dokumentation der (jährlichen) Weiterbildungsgespräche.

Legen Sie Ihrem Antrag auch einen von der/den zur Weiterbildung berechtigten Person(en) unterschriebenen Ausdruck der ausgefüllten Tabelle bei.

Bitte schicken Sie die vollständigen Unterlagen an:
GfH-Fachhumangenetiker-Kommission

zu Händen von

Univ.-Prof. Dr. Ulrich Zechner 
Wissenschaftlicher Leiter
Senckenberg Zentrum für Humangenetik
der Facharztzentrum Frankfurt-Nordend gemeinnützige GmbH
Weismüllerstraße 50
60314 Frankfurt am Main
E-Mail

Sollten Sie Fragen zur Weiterbildung und zur Antragstellung haben, können Sie sich direkt an Herrn Prof. Zechner wenden.

 

Befugnis zur Weiterbildung

Regelung zur Erlangung der Weiterbildungsbefugnis

Auszug (§5-7) aus der Weiterbildungsordnung (vom 7.5.2021) für Fachhumangenetiker/innen (GfH)

§ 5 Anforderungen an die zur Weiterbildung befugte Person

(1) Die Weiterbildung zum/r „Fachhumangenetiker/in (GfH)“ erfolgt unter der verantwortlichen Leitung einer von der GfH zur Weiterbildung befugten Person an einer entsprechend § 6 ausgestatteten Weiterbildungsstätte. 

(2) Personen an universitären humangenetischen und universitären nicht-humangenetischen Einrichtungen sowie nicht-universitären humangenetischen Einrichtungen (z.B. humangenetische Praxen und Abteilungen von Krankenhäusern) können auf Antrag von der GfH zur Weiterbildung befugt werden, so-fern die in § 5 Abs. 4 bis 6 genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

(3) Wird die Weiterbildung von meh-reren Personen an einer Weiterbildungsstätte betreut, so muss jede Person eine von der GfH erteilte Weiterbildungsbefugnis besitzen. 

(4) Die Befugnis zur Weiterbildung kann nur Personen erteilt werden, die Facharzt für Humangenetik sind, die die Zusatzbezeichnung „Medizinische Genetik“ tragen oder die Berufsbezeichnung „Fachhumangenetiker (GfH)“ führen, die fachlich und persönlich geeignet und Mitglied der GfH sind sowie eine mindestens dreijährige humangenetische Tätigkeit nach Abschluss der entsprechenden eigenen Weiterbildung nachweisen können. 

(5) Die Weiterbildung kann nur an Einrichtungen erfolgen, an der die Vollzeitbetreuung der in Weiterbildung befindlichen Person gewährleistet ist. Wird die Weiterbildung von mehreren Personen an einer oder mehreren Weiterbildungsstätten derselben Einrichtung bzw. von kooperierenden Einrichtungen (§ 7 Abs. 4) durchgeführt, muss in der Summe eine Vollzeitbetreuung der Weiterbildungskandidaten gewährleistet sein. 

(6) Die zur Weiterbildung befugten Personen sind verpflichtet, die Weiterbildung persönlich zu überwachen, zeitlich und inhaltlich entsprechend dieser Weiterbildungsordnung zu gestalten, Zeugnisse gemäß § 11 zu erstellen sowie die Richtigkeit der Dokumentation der elektronischen Fallerfassung gemäß § 10, Abs. 2, zu prüfen und zu bestätigen. Wenn mehrere Personen an einer Weiterbildungsstätte zur Weiterbildung befugt sind, sollen die Zeugnisse von allen zur Weiterbildung befugten Personen einvernehmlich erstellt, unterschrieben und verantwortet werden, wobei verbindlich zu definieren ist, welche Person für welche Weiterbildungsinhalte verantwortlich zeichnet.


§ 6 Anforderungen an die materielle Ausstattung der Weiterbildungsstätte

(1) Das diagnostische Spektrum der Weiterbildungsstätte muss min-destens die in Abschnitt B geforderte Anzahl verschiedener Methoden/ Krankheitsbildern umfassen. Das methodische Spektrum muss fest etabliert sein und die einzelnen Methoden müssen regelmäßig eingesetzt werden. Die technische Ausstattung und die angewandten Methoden müssen den Erfordernissen einer modernen Diagnostik entsprechen.

(2) Die Fallzahlen, die an der Weiterbildungsstätte innerhalb der vorgesehenen Weiterbildungszeiten insgesamt anerkannt werden, müssen (pro in Weiterbildung befindli-chem Naturwissenschaftler) mindestens die in Abschnitt B geforderten Zahlen erreichen.

(3) Es muss durch interne Veranstaltungen sichergestellt sein, dass die in Abschnitt B geforderten allgemeinen theoretischen Kenntnisse vermittelt werden. Auf Antrag an die Kommission können hierfür im begründeten Einzelfall auch externe Veranstaltungen anerkannt werden.

(4) Die befugten Personen haben Veränderungen in Struktur und Größe der Weiterbildungsstätte, die für die Weiterbildung relevant sind, der Fachhumangenetiker-Kommission über die GfH-Geschäftsstelle unverzüglich anzuzeigen.

 

§ 7 Befugnisumfang

(1) Der Umfang der Befugnis kann von der GfH an Veränderungen angepasst werden. Für den Umfang der Befugnis ist maßgebend, inwieweit die an Inhalt, Ablauf und Zielsetzung der Weiterbildung gestellten Anforderungen durch die befugte(n) Person(en) im Umfeld der personellen und materiellen Ausstattung der Weiterbildungsstätte erfüllt werden können.

(2) Die Befugnis kann für alle humangenetischen Bereiche oder nur für Teilbereiche gewährt werden. Sie kann auch zeitlich begrenzt werden. Dies geschieht in Abhängigkeit von den jeweiligen Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten der zur Weiterbildung befugten Person und der methodischen Breite der Weiterbildungsstätte.

(3) Weiterbildungsbefugten Personen, die in einer Weiterbildungsstätte tätig sind, die nicht alle theoretischen und praktischen Weiterbildungsinhalte selbst vermitteln kann, wird eine entsprechend eingeschränkte Zulassung erteilt.

(4) Einrichtungen, die nicht die in § 6 Abs. 1 bis 3 genannten Voraussetzungen erfüllen und damit keine fünfjährige Weiterbildungsbefugnis erhalten, kann diese erteilt werden, wenn sie mit einer anderen Weiterbildungsstätte kooperieren und

(a) die Kooperation auf einer nach-zuweisenden vertraglichen Basis beruht;

(b) die Aufteilung von Pflichten und Verantwortlichkeiten der Kooperationspartner bei der gemeinsamen Durchführung der Weiterbildung im Antrag ausführlich und eindeutig dargestellt ist;

(c) die Dokumentation (gemäß § 10, Abs. 2) und die Zeugnisse (gemäß § 11) für die in Weiterbildung befindlichen Naturwissenschaftler von den Leitern der kooperierenden Einrichtungen unterschrieben und verantwortet werden, wobei verbindlich zu definieren ist, welcher Kooperationspartner für welche Weiterbildungsinhalte verantwortlich zeichnet, und

(d) die Voraussetzungen für die Vermittlung der in Abschnitt B der Weiterbildungsordnung genannten Weiterbildungsinhalte von den Kooperationspartnern gemeinsam in vollem Umfang erfüllt sind.