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Kardiogenetik

Koordinator

 

Person
Prof. Dr. Bernd Wollnik

Tel. +49 551 39 67589
Fax +49 551 39 69303
www.humangenetik-umg.de

Institut für Humangenetik

Universitätsmedizin Göttingen
Heinrich-Düker-Weg 12
37073 Göttingen

 

Beschreibung der Erkrankungsgruppe

Es gibt eine Vielzahl erblicher kardialer Erkrankungen. Insbesondere bestimmten Arrhythmieformen und strukturellen Herzerkrankungen liegen Mutationen in einzelnen Genen zu Grunde. Zu den monogenen erblichen Herzerkrankungen gehören zum einen Ionenkanalerkrankungen wie beispielsweise das Long QT-Syndrom, Short QT-Syndrom, Brugada-Syndrom, katecholaminerge polymorphe ventrikuläre Tachykardien (CPVT) oder familiäre AV-Blockierungen. Zu den häufigsten erblich bedingten strukturellen Herzerkrankungen zählen die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), die dilatative Kardiomyopathie (DCM), die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie/-dysplasie (ARVC/D), sowie die Non-Compaction-Kardiomyopathie. Auch bei den vielfältigen, angeborenen Herzfehlbildungen, wie z. B. dem ventrikulären Septumdefekt (VSD) oder dem Vorhofseptumdefekt (ASD), können neben Umwelteinflüssen genetische Faktoren relevant sein. Einzelne kongenitale Herzfehler konnten bereits mit spezifischen genetischen Defekten in Verbindung gebracht werden.

Erbliche Herzerkrankungen können verschiedenen Vererbungsmustern mit unterschiedlichen Wiederholungsrisiken folgen. Die Diagnostik solcher seltener und komplexer Erkrankungen erfordert eine Kombination aus kardiologischen und humangenetischen Kenntnissen und sollte im Rahmen spezialisierter Sprechstunden erfolgen.

Eine besondere Herausforderung wird zukünftig die korrekte Interpretation und Klassifikation neu beschriebener Genvarianten sein und hierfür ist humangenetische Expertise essentiell, sowohl für eine frühzeitige Diagnose der Erkrankung und prognostische Einschätzung, als auch für die Einleitung medikamentöser oder zukünftig molekularer therapeutischer Maßnahmen.

 

Spezialisierte humangenetische Sprechstunden

Göttingen: Institut für Humangenetik | Universitätsmedizin

Prof. Dr. med. Bernd Wollnik

Kontakt

Tel. +49 (0) 551 39 60606
www.humangenetik-umg.de

Hamburg: Institut für Humangenetik | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

PD Dr. med. Alexander Volk

Kiel: Institut für Humangenetik | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel

Prof. Dr. med. Marc-Phillip Hitz, Ph.D.

Kontakt

Tel. +49 (0) 431 500 30609
www.uni-kiel.de/medgen/

Tübingen: Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik | Universitätsklinikum

PD Dr. med. Andreas Dufke

Kontakt

Tel. +49 (0) 7071 29 76408
www.medgen-tuebingen.de

Forschungsaktivitäten

Die Mitglieder des Themenschwerpunkts Kardiogenetik sind national und international vernetzt und aktiv in der Erforschung erblicher Herzerkrankungen. Mittels Next Generation Sequencing identifizieren wir neue krankheitsursächliche Mutationen und neue Krankheitsgene (Ganapathi et al., 2020; Hanses et al., 2020; Sifrim and Hitz et al., 2016). Zur funktionellen Aufarbeitung gefundener Varianten und zur Entschlüsselung der zu Grunde liegenden molekularen Mechanismen setzen wir eine Vielzahl von Techniken ein, darunter u.a. die Einzelzellsequenzierung (Wünnemann et al., 2020) und patientenspezifische, aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) generierte Kardiomyozyten (Hanses et al., 2020). Mittels einer Kombination verschiedener NGS-basierter Ansätze erforschen wir neue Mechanismen der genomischen Instabilität bei Herzinsuffizienz via Einzelzellgenomik (SFB1002, UMG Göttingen) und arbeiten an der Etablierung neuester Genomeditierungsverfahren (z.B. CRISPR/Cas-Verfahren) für die perspektivische zielgerichtete Behandlung von erblichen strukturellen Herzerkrankungen (UMG Göttingen).

Alle Mitglieder des Themenschwerpunkts Kardiogenetik kooperieren in einem neu etablierten gemeinsamen Forschungsfeld zur genetischen und funktionellen Einschätzung von trunkierenden Varianten im Titin-Gen.

Krankheitsbilder Ansprechpartner  Kontakt Download
Erbliche strukturelle Herzerkrankungen (hypertrophe Kardiomyopathie, dilatative Kardiomyopathie, arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie); hypoplastisches Linksherzsyndrom; genomische Instabilität bei Herzinsuffizienz; Genomeditierungsansätze bei strukturellen Herzerkrankungen Prof. Dr. med. Bernd Wollnik
Institut für Humangenetik
Universitätsmedizin Göttingen
email
Strukturelle Herzfehler des Kindesalters (Angeborene Herzfehler, Herzklappenfehler und Kardiomyopathien des Kindesalters) Prof. Dr. med. Marc-Phillip Hitz, Ph.D.
Abteilung für Angeborene Herzfehler und Pädiatrische Kardiologie
und Institut für Humangenetik
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel
email
Erbliche strukturelle Herzerkrankungen (hypertrophe Kardiomyopathie, dilatative Kardiomyopathie, arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie); erbliche Arrhythmiesyndrome PD Dr. med. Andreas Dufke Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik Universitätsklinikum Tübingen email

 

Literatur

Czepluch FS, Hasenfuß G. Genetische Herzerkrankungen und Speichererkrankungen mit kardialer Beteiligung. Internist 2018 59:1063-1073.

Czepluch F, Hasenfuß G, Wollnik B. Moderne humangenetische Beratung: Praktische Aspekte am Beispiel der hypertrophen Kardiomyopathie. Internist 2018 59:790-798.

Hanses U, Kleinsorge M, Roos L, Yigit G, Li Y, Barbarics B, El-Battrawy I, Lan H, Tiburcy M, Hindmarsh R, Lenz C, Salinas G, Diecke S, Mueller C, Adham I, Altmüller J, Nürnberg P, Paul T, Zimmermann W, Hasenfuβ G, Wollnik B, and Cyganek L. Intronic CRISPR repair in a preclinical model of Noonan syndrome-associated cardiomyopathy. Circulation 2020 (in press).

Kahlert A, Hoff K & Hitz M. Genetik der angeborenen Herzfehler. medgen 2017 29:248–256.

Sifrim A, Hitz M-P, Wilsdon A, Breckpot J, Turki SHA, Thienpont B, McRae J, Fitzgerald TW, Singh T, Swaminathan GJ, et al. Distinct genetic architectures for syndromic and nonsyndromic congenital heart defects identified by exome sequencing. Nat Genet 2016 48:1060–1065.

Wünnemann F, Ta-Shma A, Preuss C, Leclerc S, Vliet PP van, Oneglia A, Thibeault M, Nordquist E, Lincoln J, Scharfenberg F, et al. Loss of ADAMTS19 causes progressive non-syndromic heart valve disease. Nat Genet 2020 52:40-47.